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Was ist Adipositas? Eine medizinische Einordnung

5 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze


Der Begriff Adipositas (im Volksmund oft "Fettleibigkeit" genannt) bezeichnet eine übermäßige Ansammlung von Fettgewebe im Körper. Aus medizinischer Sicht handelt es sich dabei um eine ernste, chronische Erkrankung.

Um festzustellen, ob eine Adipositas vorliegt, wird der Body-Mass-Index (BMI) genutzt. Von Adipositas spricht die Medizin ab einem BMI-Wert von 30.

Der BMI allein sagt jedoch nicht alles aus. Deshalb ziehen Ärzte oft zusätzlich den Bauchumfang heran – besonders das Fett im Bauchraum gilt als gesundheitlich riskant.

Die medizinische Definition


Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Adipositas als eine abnormale oder übermäßige Ansammlung von Fettgewebe, die ein Risiko für die Gesundheit darstellt.


Es ist wichtig zu verstehen, dass Fettgewebe nicht einfach nur passiver Energiespeicher ist. Es ist ein stoffwechselaktives Organ, das Botenstoffe aussendet und Entzündungsprozesse im Körper beeinflussen kann.



Die Messung mittels BMI


Der BMI ist das international gebräuchlichste Instrument zur Klassifizierung von Gewicht: Körpergewicht in kg geteilt durch Körpergröße in Metern zum Quadrat (kg/m²).

Die BMI-Klassifikation im Überblick:

18,5 – 24,9Normalgewicht
25,0 – 29,9Übergewicht (Präadipositas)
30 – 34,9Adipositas Grad I (leicht)
35 – 39,9Adipositas Grad II (mittel)
≥ 40Adipositas Grad III (schwer)

Die Bedeutung des Bauchumfangs


Der BMI unterscheidet nicht zwischen Muskel- und Fettmasse. Aus gesundheitlicher Sicht ist das viszerale Fett entscheidend – das Fett, das sich im Bauchraum um die inneren Organe lagert.


Dieses Bauchfett ist besonders stoffwechselaktiv und erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes deutlich stärker als Fett an Hüften oder Oberschenkeln.

Richtwerte für erhöhtes Risiko:

Bei Frauen


ab 80 cm


Stark erhöhtes Risiko ab 88 cm

Eine weit verbreitete Volkskrankheit


In Deutschland sind etwa zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen übergewichtig. Rund ein Viertel der Erwachsenen (ca. 23-24 %) sind von Adipositas betroffen. Diese hohen Zahlen verdeutlichen, warum die leitliniengerechte Behandlung dieser chronischen Erkrankung so wichtig für das Gesundheitssystem ist.

Quellenangaben:

World Health Organization (WHO). Obesity and overweight. Key facts.

Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) e.V. et al. (2014). S3-Leitlinie zur Prävention und Therapie der Adipositas.

Robert Koch-Institut (RKI). (2014). Übergewicht und Adipositas. Gesundheitsberichterstattung des Bundes.

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